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Aktuelles

Die ÜZL bedankt sich für das erwiesene Vertrauen bei der Stadtratswahl. Folgende Kandidaten der ÜZL sind in den neuen Stadtrat der Periode 2014 bis 2020 gewählt:

Christel Pottler

Dr. Peter Brech

Peter Pfaff

Michael Minnich

Tobias Hetterich

 

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Geschichte der ÜZL


Deutschland im Mai 1945. Zerstört. Geschlagen. Besiegt. "1000 Jahre Deutsches Reich" sind in nur sechs Jahren zu Schutt und Asche zertrümmert worden. Die vier Siegermächte bestimmen das Geschehen.

Das war, wie in ganz Deutschland, in Zeil nicht anders. Hier hatten die Amerikaner das Zepter in der Hand. Für die Mithilfe zur Verwaltung des besiegten Landesbestimmte die amerikanische Militarregierung bereits im April 1945 für Zeil einen Bürgermeister (Georg Popp). Diesen setzte sie aber schon im September 1945 wieder ab und berief einen neuen (Michael Waldhäuser). Ebenfalls auf Anordnung der Militärregierung wurden zur Unterstätzung sechs Stadträte bestellt. Diese siebenköpfige Arbeitsgemeinschaft bildete die gesamte erste Stadtverwaltung nach dem Kriege. Deren Amtszeit währte aber nur sehr kurz, denn bereits für den 27. Januar 1946 wurde eine neue Bürgermeister- und Stadtratswahl nach den Bestimmungen der Militärregierung angesetzt. Hierbei wurde der zuletzt eingesetzte Bürgermeister von den Wählern bestätigt und ein Gremium von sechzehn Stadträten gewählt. Dieser Stadtrat setzte sich ausschließlich aus Kandidaten von neu- bzw. wiedergegründeten politischen Parteien zusammen und amtierte immerhin zwei Jahre. Für den 25. April 1948 war schon wieder zur nächsten Bürgermeister- und Stadtratswahl aufgerufen.

Das war das Geburtsjahr der überparteilichen Zeiler Liste (ÜZL).

Einige gleichgesinnte Zeiler Bürgerinnen und Bürger, die nach den schlimmen Erfahrungen der letzten "1000 Jahre" die gesunde und bis heute durch nichts widerlegbare Auffassung vertraten, daß für kommunale Entscheidungen ein Parteibuch nicht erforderlich sei, setzten sich als Freunde des Städtchens Zeil zusammen und berieten aber die Möglichkeit, einer großen Anzahl von parteilosen Personen ein Forum zu geben. Treibende Kräfte waren die beiden Mentoren Josef Drebinger und Rudolf Winkler. Grundgedanke war dabei nicht, ein Gegengewicht zu den politischen Parteien zu schaffen, sondern man wollte es vielmehr auch solchen Persönlichkeiten ermöglichen, den Neu- bzw. Wiederaufbau der Heimatstadt verantwortlich mitzubestimmen, die sich mit keiner der seiner Zeit vorhandenen politischen Parteien beziehungsweise deren Programmen oder Ideologien ausreichend identifizieren konnten. Man wollte auch ohne Parteibuch seinen unmittelbaren Lebensraum tatkräftig mitgestalten. Dieses Vorhaben sollte sich keineswegs nur auf Bewerbungen um das Stadtratsamt beschränken. Im Vordergrund stand die Absicht, auch für das höchste Amt, den Bürgermeister, geeignete Kandidaten anzubieten.

So kam es, nach vielen Diskussionen, Einzelgesprächen und Beratungen, im Februar 1948 im Nebenzimmer der Brauerei Göller zu einer Versammlung, in der elf Zeiler Bürgerinnen und Bürger eine in oben aufgezeigtem Sinne überparteiliche Organisation gründeten und gleichzeitig beschlossen, sich am 25. April 1948 mit einer eigenen Liste zur Wahl zu stellen. Dieser Organisation gab man den Namen Überparteiliche Zeiler Liste (ÜZL).

Die elf Gründungsmitglieder waren:


Josef Drebinger
Hans Herpich
Georg Ortegel
Rudolf Winkler
Adolf Kötzner
Hans Burger
Josef Wölfel
Hermine Neugebauer
Ernst Riedl
Michael Minnich
Hans Kremer


Erster Vorsitzender wurde Rudolf Winkler.

Nun ging man tatkräftig und zielstrebig daran, aus den Gründungsmitgliedern und zahlreichen Sympathisanten der Überparteilichen Idee Personen zu finden, die auch bereit waren, sich als Kandidaten für die ÜZL zur Verfügung zu stellen. Obwohl das damalige Wahlgesetz in Zeil Platz für 16 Kandidaten pro Wahlvorschlag bot, konnte dieses Kontingent beim ersten öffentlichen Auftritt der ÜZL leider nicht ausgeschöpft werden. Einige Gründungsmitglieder praktizierten zwar uneingeschränkte Loyalität, stellten sich aber aus persönlichen Gründen für eine Kandidatur nicht zur Verfügung. So waren schließlich zwölf Persönlichkeiten bereit, sich auf dem Wahlvorschlag 4, der Liste der ÜZL, am 25. April 1948 zur Wahl zu stellen:


Rudolf Winkler
Josef Drebinger
Hans Sahlender
Peter Dütsch
Georg Ortegel
Hans Herpich
Ludwig Schlamminger
Ernst Riedl
Hans Kremer
August Pottler
Michael Minnich
Valentin Eisentraut

 

Rudolf Winkler kandidierte außerdem für die gleichzeitig stattfindende Bürgermeisterwahl.

Als die Stimmen ausgezählt waren, konnte die ÜZL einen grandiosen Erfolg verbuchen. Nicht nur, daß die Liste der ÜZL gegenüber den anderen drei Mitbewerbern (CSU, SPD, KPD) die meisten Stimmen auf sich vereinigen konnte, nein, auch der Spitzenkandidat der ÜZL, Rudolf Winkler, erhielt fast doppelt so viele Stimmen (2271) wie der bestgewählte Kandidat einer politischen Partei (1224, Karl Leisentritt, SPD) und konnte sich bei der Bürgermeisterwahl als zweiter der drei Bewerber für eine Stichwahl qualifizieren. Diese Stichwahl gewann Rudolf Winkler eine Woche später mit 62% der abgegebenen gültigen Stimmen deutlich gegen Georg Popp.

Als Folge der Stimmenverteilung bei der Stadtratswahl fielen auf die ÜZL sechs Sitze. Weil der auch in den Stadtrat gewählte Rudolf Winkler zum Bürgermeister avancierte, rückte der an siebter Stelle gewählte Kandidat der ÜZL (Hans Sahlender) sofort für ihn in den Stadtrat nach. Die ersten "Überparteilichen" im Zeiler Rathaus waren:

 

Rudolf Winkler, Bürgermeister
Hans Kremer, Stadtrat
Ernst Riedl, Stadtrat
Michael Minnich, Stadtrat
Georg Ortegel, Stadtrat
Josef Drebinger, Stadtrat
Hans Sahlender, Stadtrat

Der Stadtrat bestand 1948 aus sechzehn Personen und dem Bürgermeister. Gemeinsam mit den Stadträten der CSU (6) und der SPD (4) wurde ein immenses Arbeitspensum bewältigt und in verantwortungsvoller und engagierter Aufbauarbeit vorausschauend und zielstrebig ein Fundament geschaffen, auf dem die Stadt Zeil in den folgenden Jahren einen großen Aufschwung nehmen konnte.

Aber auch in der gesamten Bundesrepublik ging es deutlich aufwärts. Die dafür auf Bundesebene verantwortlichen demokratischen Parteien arbeiteten, bei allen unterschiedlichen Auffassungen über das "Wie", kooperativ zusammen, und durch die erzielten Erfolge erwarben sie sich mehr und mehr wieder das Vertrauen der Menschen. Parteipolitik, und zwar demokratische Parteipolitik, verlor immer mehr an Anrüchigkeit, das Mißtrauen schwand, und die Parteien hatten wieder Zulauf.

Diese Stimmung im Lande schlug auch unterschwellig auf kommunaler Ebene durch und bescherte der ÜZL bei den folgenden Stadtratswahlen nicht mehr die grandiosen Erfolge der 48er-Wahl. Die Zahl der ÜZL-Stadträte sank von sechs (1948) über fünf (1952) auf drei (1959 und 1960). Bei der Wahl 1966 konnte die ÜZL dann wieder einen Sitz hinzugewinnen und einen weiteren Sitz bei der Wahl 1972. Auf etwa diesem Niveau hat sich bisher die Zugehörigkeit der ÜZL zum Stadtratsgremium stabilisiert. Nach vier Sitzen 1978 und 1984 und anschließend 5 Sitzen 1990 und 1996, zog die ÜZL 2002 mit 6 Sitzen in das Ratsgremium ein. 2008 waren es wieder 5 Sitze. (Pottler Christl, Dr. Peter Brech, Göller Eva, Pfaff Peter, Karl -Heinz Schübert). 2014 blieb es bei 5 Sitzen im Ratssaal. (Christl Pottler, Dr. Peter Brech, Peter Pfaff, Michael Minnich, Tobias Hetterich)

1992 konnte dann Christoph Winkler das Amt des ersten Bürgermeisters übernehmen, der damit die Tradition der Familie fortsetzte und in die Fußstapfen seines Vaters trat. 1998 wurde er gegen einen Herausforderer mit 60,4 % der Stimmen wiedergewählt, ebenson 2004. 2010 wurde Christoph Winkler nicht mehr  wiedergewählt.

Diese Entwicklung macht deutlich: Die ÜZL hat sich unter der 32jährigen weitsichtigen Führung von Bürgermeister Rudolf Winkler und auch schon unter der  achtzehnjähriger Führung von Bürgermeister Christoph Winkler als zuverlässige und gewissenhafte dritte Kraft im Zeiler Stadtrat etabliert. Von Anfang an hat die ÜZL durch sachliche und verantwortungsbewußte Mitarbeit im Stadtrat zur Verwirklichung der gesteckten Ziele entscheidend beigetragen. Die Mandatsträger der ÜZL haben Entscheidungen im Stadtrat nicht nur mitgefällt, sondern diese mehrheitlich gefaßten Beschlüsse auch mitvertreten. Dabei ist bestimmt die eine oder die andere Entscheidung nicht einfach zu treffen gewesen, aber immer haben sich die Stadträte nur dem eigenen Gewissen verpflichtet gefühlt und haben ohne Fraktionszwang nur nach ihrer persönlichen Beurteilung für das Wohl der Stadt Zeil und ihrer Bevölkerung entschieden.

Diese Überparteiliche Arbeit wird die ÜZL fortsetzen. Sie wird dabei weiter größten Wert legen auf eine gedeihliche und deshalb fruchtbringende Zusammenarbeit mit den übrigen im Stadtrat vertretenen Fraktionen. Kooperation, nicht Konfrontation, bietet allein die Gewähr für erfolgreiche Arbeit zu gunsten der Stadt und ihrer Stadtteile sowie deren Bevölkerung.

Einfach, aber umso zutreffender, bringt dies ein Wahlslogan der ÜZL aus den 60er Jahren zum Ausdruck, der für die ÜZL auch weiterhin Gültigkeit behalten wird:




Miteinander Füreinander


06. April 1948:
Für die Stadtratswahl wurden bis jetzt drei Wahlvorschläge,CSU, KPD und Überparteiliche Zeiler Bürgerliste, eingereicht.

 

24. April 1948:
Für die Stadtratswahl, auf der jeder Wahlberechtigte 16 Stimmen abgeben kann, liegen folgende Wahlvorschläge vor: CSU, SPD, KPD und Überparteiliche Zeiler Bürgerliste. Bürgermeisterkandidaten sind: von der CSU Michael Waldhäuser, von der Überparteilichen Zeiler Bürgerliste Rudolf Winkler, von den Bauern Georg Popp.

27. April 1948:
Die Zeiler Überparteiliche Liste zählt 9967 Stimmen, CSU 9565, SPD 6581, KPD 1216. Für den Stadtrat wurden sechs Sitze für die Überparteiliche Liste, sechs Sitze für die CSU und vier Sitze für die SPD gewählt. Darunter befanden sich vier Flüchtlinge, die innerhalb der Parteien gewählt wurden.

26. Mai 1948:
In der letzten Stadtratssitzung am 21. Mai wurde ein Antrag des evangelischen Pfarramtes auf Errichtung einer evangelischen Bekenntnisschule angenommen. Es wurde beschlossen, einen der neuen Schulräume der Schule für die 53 evangelischen Schüler, die bisher mit den 400 katholischen zusammen unterrichtet worden waren, freizugeben.
Zum Abschluß dankte Bügermeister Waldhäuser den Stadträten für ihre Tätigkeiten. Stadtrat Dietlein (CSU) sprach dem abtretenden Bürgermeister Dank und Anerkennung für eine seit 1945 im Dienste der Stadt geleistete schwere Arbeit aus. Diesen Worten schlossen sich auch die SPD und KPD-Fraktion an. Der neue Bügermeister Rudolf Winkler wird am kommenden Mittwoch sein Amt antreten.

10. Juli 1948:
In einer sehr gut besuchten Bürgerversammlung forderte Bürgermeister Rudolf Winkler zu Beginn seiner Rede die Bevölkerung zu äußerster Sparsamkein auf. Er warnte davor, auf jedes Gerücht "hereinzufallen". Die städtischen Angestellten seien mit einer fünf- bis zehnprozentigen Kürzung ihres Gehaltes einverstanden gewesen, dadurch sei es möglich, daß man vorerst von einem Personalabbau absehen und die städtischen Arbeiter weiterhin durch Kurzarbeit beschäftigen könne. Der Bürgermeister streifte außerdem in seinem Referat das Siedlungsproblem, die Förderung des Schulwesens, Erweiterung der Wasserleitung, Leistungen der Feuerwehr, Brennholzversorgung, Kleingartenwesen, Erhaltung der Ortsanlagen und die Kartoffelkäferbekämpfung. Der Bürgermeister mahnte die Bevölkerung, den "Nervenkrieg" nicht durch unnütze Beleidigungen und Verleumdungen zu schären. Starker Beifall der Bevölkerung am Schluß der Versammlung bewies, daß dem neuen Stadtrat großes Vertrauen entgegengebracht wird.


04. November 1948:
Zu dem Vorschlag von Bürgermeister Rudolf Winkler, demnächst in Zeil eine Bürgerversammlung einzuberufen, sagte Fraktionsführer Emil Röder (CSU), daß diese Maßnahme nur zu begrüßen sei, zumal seitens der Bevölkerung großes Interesse für eine derartige Versammlung bestünde. Stadtrat Georg Popp (fraktionslos) erklärte, daß diese von den Amerikanern eingeführten Bürgerversammlungen im Grundprinzip abzulehnen seien. Er betrachte die Sache als "Goebbelsprogramm". Stadtrat Josef Drebinger (ÜZL) erwiderte, daß die Bürgerversammlungen sehr demokratisch seien. Als Stadtrat Popp hierauf erklärte, dass der Stadtrat für die Bevölkerung ja doch nichts getan habe, stieß er auf energischen Protest aller Stadtratsmitglieder. Gegen seine Stimme wurde die Einberufung einer Bürgerversammlung für den 17. November beschlossen, zumal eine Bürgerversammlung die Mitarbeit der Bevölkerung im weitesten Sinne ermöglichte.